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Begeisternde Klänge aus dem Süden Spaniens

Feriensommer mit internationaler Gitarrenmusik: Konzert im Joseph-Martin-Kraus-Saal mit dem Duett Seiferth-Weberpals und dem "nuevo cuarteto"

Buchen. Der Sommerabend spanischer Gitarrenmusik musste zwar am Donnerstag von Museumshof in den Joseph-Martin-Kraus-Saal verlegt werden. Das tat der musikalischen Qualität jedoch keinen Abbruch.

Ausdrucksstarkes Spiel
Das Duett Rainer Seiferth (Gitarre) und Dieter Weberpals (Querflöte) riss das Publikum mit seinem lebendigen und ausdrucksstarken Spiel ebenso mit, wie anschließend das "nuevo cuarteto" um den Buchener Gitarristen Jan Pascal Stiebet. Natürlich waren Rainer Seiferth und Dieter Weberpals mehr als eine Vorgruppe zum Konzert von "nuevo cuarteto", obwohl das Seiferth scherzhaft so behauptete. Das Duo setzte seine ganz eigenen musikalischen Akzente.
Die von Seiferth und Weberpals selbst komponierten oder arrangierten Stücke kamen teils krisch, teils rhythmisch-lautmalerisch daher. In "Mariam" zum Beispiel, das an Weberpals in Afrika verstorbene Frau erinnert, waren die afrikanischen Rhythmen deutlich zu erkennen.
Der Gitarrist hatte eine Zigarettenpapier zwischen die Saiten geschoben, so dass ein leicht vibrierender Klang entstand, ähnlich dem eines Afrikanischen Daumenklaviers. Immer wieder rief das pointierte, manchmal auf neckische Spiel der beiden ein Schmunzeln oder Lachen im Publikum hervor.
Das "nuevo cuarteto", das anschließend die Bühne einnahm, besteht inzwischen aus sechs Musikern: Alberto Menéndez (Flöte, Klarinette), Jan Pascal Stiebet (Gitarre), Alexander Kalian (Gitarre), Sandro Gulino (Bassgitarre), Christa Ellenberger (Percussion) und Omar Plasencia (Percussionis). Die Stücke führten in das südliche, ehemals von den muslimischen Mauren besetzte Spanien.
Entsprechend rassig und dynamisch war die von Jan Pascal Stiebet arrangierte Musik. Sie führte teilweise in ungewöhnliche Tonarten, fremdartige Klänge und ungewohnte Rhythmen. Wie in der Jazzmusik üblich, übernahm mal dieses, mal jenes Instrument die Führung.
So begeisterten die Interpretationen von Flöte beziehungsweise Klarinette, Bassgitarre, Percussion sowie der beiden Akkustikgitarren das Publikum. Die Musiker erhielten dafür immer wieder spontanen Applaus.

Lebendig und authentisch
Dass die Musik so lebendig, so authentisch wirkte, lag auch an der Freude zur Selbstinszenierung der Musiker. So schienen sich Stieber und Kilian in virtuosen Gitarrenläufen gegenseitig übertreffen zu wollen. Der Bassist Sandro Gulino untermalte seine Soli mit genussvollem oder schmerzverzerrtem Gesicht sowie wippender Haarpracht.
Und immer war den Musikern die Freude am Musizieren, am Zusammenspiel anzumerken. Nicht nur beim Essen, auch bei der Musik trifft zu: Das Auge isst mit.